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Inhalt Arktis
- Allgemeine Informationen zur Arktis
- Reiseinfos
- Gesundheit und medizinische Vorsorge
- Verhaltensregeln
- Regionen/Ziele/Reisen
Spitzbergen
- Umrundung Spitzbergens
- Polarmeer – das Abenteuer
- Rund um Spitzbergen
Grönland
- Vom mystischen Island ins unberührte Grönland
- Vom Norden Islands nach Ostgrönland
- Diskobucht – Westgrönland
Nordwest-Passage
- Nordwest-Passage und Baffin Island
- Der epische hohe Norden mit der Nordwest-Passage
- Steigen Sie in die Fußstapfen von Sir John Franklin –
  Erkundung Nordwest-Passage
Regionsübergreifende Expeditionsfahrten
- Erlebniskreuzfahrt Spitzbergen und Nordostgrönland
Schiffsbeschreibungen
- M/V Ortelius
- M/V Plancius
- MS Spitsbergen
- MS Fram
- Ocean Adventurer
- Akademik Ioffe
   
 

Die Arktis

Die Arktis ist eine faszinierende Region mit blühenden Landschaften, beeindruckenden Gletschern und einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt. Im Gegensatz zur Antarktis ist die Arktis ein von Kontinenten umschlossenes Meer, in deren Zentrum das Nordpolarmeer liegt. Die Antarktis dagegen ist ein Kontinent, der von den verschiedenen Ozeanen umschlossen wird.

Begegnen Sie beeindruckenden Menschen, die im Einklang mit extremen äußeren Bedingungen leben, und bestaunen Sie phantastische Naturschauspiele während einer unvergesslichen Kreuzfahrt durch die Arktis!


Gletscher Kreuzfahrt mit Eismeer

Allgemeine Informationen zur Arktis:

Geographie

Der Name Arktis leitet sich vom griechischen „Arktos“ – der Bär – ab. Damit wird deutlich, dass das Sternbild des großen Bären, welches auch von Europa aus gut am Nordhimmel zu erkennen ist, namensgebend für die Region um den Nordpol war. Bildlich dargestellt, bezeichnet die Arktis also das Land, welches unter dem großen Bären liegt.
Geographisch lässt sich die Region der Arktis jedoch nur schwer genau definieren. Im Allgemeinen berührt das arktische Meer Teile Kanadas, Russlands, Grönlands, der USA und Norwegens. Im arktischen Ozean selbst gibt es eine Reihe von Inseln, darunter die Jan-Mayen-Inseln, Franz-Josef-Land, Spitzbergen, Severnaja und Novaja Zemlja, die Neusibirischen Inseln, der kanadisch-arktische Archipel und die Wrangelinsel. Im Gegensatz zur Antarktis kann man bei der Arktis nicht von einem Kontinent sprechen, da es sich weder um eine bestimmte Landmasse noch um ein staatliches Gebiet handelt. Auch die Definition, dass die Arktis die Region nördlich des Polarkreises ist, hielt nicht stand, da einige Regionen südlich des Polarkreises ebenfalls arktische Merkmale aufwiesen.
Die Wissenschaftler definieren die Arktis heute meist nach der „10-Grad-Juli-Isotherme“. Damit wird die Arktis durch jene Regionen bestimmt, in denen die durchschnittliche Temperatur im Juli unter 10 Grad liegt.

Landkarte Arktisches Meer

Geschichte

Die Urbevölkerung der Arktis, die Inuit, haben sich wohl bereits vor über 10.000 Jahren in den Regionen nördlich des Polarkreises niedergelassen und lebten von der Jagd auf Wale, Walrösser und Robben.

Im 10. Jahrhundert kamen die Wikinger unter Erik dem Roten in das Gebiet der Arktis und besiedelten den Süden Grönlands. Den Beinamen „Der Rote“ trug Erik wohl nicht nur wegen seiner roten Haare, sondern auch, weil der Legende nach „Blut an seinen Händen klebte“. Dass die Wikinger einen großen Anteil an der Erkundung der Arktis hatten, zeigte auch ihre Entdeckung der Inselgruppe Svalbard im Jahre 1194.

Der Norden Sibiriens wurde rund 200 Jahre später von den russischen Fürstenhäusern erforscht und vereinnahmt. Erst ab dem 15. Jahrhundert machten sich europäische Forscher auf den Weg in den hohen Norden, was sie jedoch nicht daran hinderte, Ansprüche auf die von ihnen „entdeckten“ Regionen zu erheben.

Die Suche nach Verbindungen und Handelswegen durch die polare Region lockte viele europäische Abenteurer, darunter u. a. John Cabot (1450 – 1499), John Davis (1550 – 1605) und Willem Barents (1550 – 1597) an.
Der russische Zar seinerseits gab der Kaufmannsfamilie Stroganoff im 16. Jahrhundert die volle Unterstützung für die Erforschung Sibiriens. Da die Familie durch lukrativen Pelzhandel zu großem Wohlstand und Einfluss in dieser Region kam, sah sich der russische Zar, Peter der Große, bedroht und entmachtete die Familie weitestgehend. Anschließend beauftragte er Vitus Bering (1681 – 1741) aus Dänemark mit der Aufgabe, einen Seeweg von Asien nach Amerika zu finden. Die erste Expedition (1725 – 1730) scheiterte noch, doch schon die zweite Expedition von 1733 bis 1743 erwies sich mit über 3.000 beteiligen Personen als riesiger Erfolg. Bering entdeckte auf seiner Expedition Alaska, die Aleuten, die Kommandeurinseln und die nach ihm benannte Beringinsel. Sein größter Erfolg ist mit Sicherheit die ebenfalls nach ihm benannte Beringstraße, die Meerenge zwischen der östlichsten Stelle Asiens und dem westlichsten Punkt Amerikas. Leider konnte er selbst seinen Erfolg nicht mehr genießen, da er witterungsbedingt auf der Beringinsel überwintern musste und dort an Skorbut starb.

Bevor jedoch der endgültige Weg durch die Nordwest- und Nordostpassage gefunden wurde, mussten noch viele der Abenteurer dafür mit Ihrem Leben bezahlen. Ein trauriger Höhepunkt der Expeditionen war die Reise von Sir John Franklin von 1845 bis 1848. Sämtliche Teilnehmer und Schiffe der Expedition blieben verschollen, und erst viele Jahre später wurden Spuren in der Nähe der King-William-Insel gefunden. Im Jahr 1878 gelang Adolf Erik Nordenskjöld (1832 – 1901), einem finnisch-schwedischen Wissenschaftler, die erste Durchquerung der Nordostpassage. Der Weg durch die Nordwestpassage wurde sogar erst 1903 – 1906 vom Norweger Roald Amundsen entdeckt.

Ab Ende des 19. Jahrhunderts wurden in der Arktis und im Nordpolarmeer immer mehr Bodenschätze gefunden. So brach ca. 1890 in Alaska am Klondike River der Goldrausch aus, und in den russischen Gebieten wurden Kohle, Diamanten, Nickel und Kupfervorräte gefunden. Zwischen 1899 und 1970 wurden in Spitzbergen rund 450.000 Tonnen Kohle abgebaut. In der Prudhoe Bay wurde 1968 das größte Ölfeld Nordamerikas entdeckt, und seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wird auch in Sibirien Öl und Gas gefördert.

Stark beeinflusst wurden die Region und die Bevölkerung auch vom zweiten Weltkrieg sowie vom darauffolgenden Kalten Krieg. Stützpunkte wurden errichtet, die Region mit Landebahnen und Funkstationen erschlossen und damit die Abgeschiedenheit der Region und der Inuit beendet. Viele Eingeborene wurden gezwungen, ihre bisherige Lebensweise aufzugeben, und die Integration in die Marktwirtschaft führte zu Arbeitslosigkeit und Alkoholismus. Erst in den letzten Jahren wurde die indigene Kultur wieder gestärkt, und die Bevölkerung kämpft für Landrechte und politische Autonomie.

Flora und Fauna

Vögel

Die äußeren Bedingungen in der Arktis sind keineswegs so lebensfeindlich, wie es auf den ersten Blick scheint. So findet man um den 82. Breitengrad etwa 90 Blütenpflanzenarten, und zwischen dem 75. und 80. Breitengrad sind mehr als 100 Vogelarten anzutreffen. Daneben leben in der Arktis Moschusochsen, Eisbären, Wale und Robben. Von diesen großen Säugetieren abgesehen, tummeln sich in den Gewässern der Arktis ein wahrer Zoo mit Floh- und Flusskrebsen, Rädertierchen und Fadenwürmern. Die Faktoren, die die Anzahl an Pflanzen und Tieren bestimmen, sind dabei vielfältig. So ist nicht nur die Temperatur entscheidend, sondern auch die Wassermenge, Bodenbeschaffenheit und Feuchtigkeit der jeweiligen Region.

Pflanzenwelt:

Pflanze

Die Arktis lässt sich von Süd nach Nord aufgrund der klimatischen Unterschiede in vier verschiedene Vegetationszonen aufteilen: Die boreale Nadelwaldzone (Taiga), die baumlose südliche Tundra, die nördliche Tundra und die Eiswüste. Insgesamt findet man in der Arktis mehr als 4000 Pflanzenarten, wobei aber nur etwa 500 zu den höheren Pflanzen zählen. Die meisten Pflanzen wachsen ganz dicht am Boden, da es dort am wärmsten und windgeschütztesten ist.
Eine der wohl farbenprächtigsten Pflanzen ist der Arktische Mohn. Er hat sich den äußeren Bedingungen optimal angepasst und durch speziell geformte Blütenblätter eine optimale Wärmeaufnahme geschaffen.

Tierwelt:

In der Arktis findet man neben den Landsäugetieren zahlreiche Fischarten, Meerestiere und Vögel.

Eisbär

Der Eisbär, oder, wie er auch genannt wird, der Polarbär, ist sicherlich das bekannteste Landtier und der „König der Arktis“. Daneben findet man aber auch arktische Füchse, Wölfe, Rentiere und Moschusochsen. Den besten Schutz gegen die Kälte bieten den Tieren ihr Fell und die darunterliegende Fettschicht. Diese Fettschicht kann jedoch nur erhalten werden, solange die Tiere nicht hungern müssen, da sie dabei ihre Fettspeicher aufbrauchen würden.

Walrosse

Noch sind die Gewässer der Arktis relativ reich an Fischen und Meerestieren. Neben verschiedenen Krebsarten, Lachsen und Kabeljau leben in der Region auch Wale, Robben, Seehunde und Walrösser. Besonders typisch für die Gegend ist der bis zu 18 Meter lange Grönlandwal. Die Walart, die auch als Polarwale bezeichnet wird, kann Packeisschichten von bis zu 18 Zentimetern durchbrechen und ein hohes Alter erreichen. Da der Bestand seit Jahrzehnten sehr bedroht ist, steht er seit 1931 unter Artenschutz und darf nur noch von den Inuit begrenzt gejagt werden.
Um im arktischen Meer zu überleben, haben sich die Tiere verschiedene Besonderheiten zu Nutzen gemacht. So produzieren zum Beispiel verschiedene Fische und Krebse Glyzerin, welches Vereisungen verhindert, zum Überleben. Andere Tiere haben kein rotes Blut, da dieses dickflüssiger und frostempfindlicher ist.

Die Vögel der Arktis sind ein besonders dankbares Fotomotiv, da sie vor den Menschen keine Angst zu haben scheinen und gerne für ein Foto bereitstehen. Besonders hervorzuheben ist der Papageientaucher, auch Puffin genannt. Er ist meist an den Küsten Grönlands und Spitzbergens, aber auch vor Alaska anzutreffen, und sein unverwechselbares Äußeres mit rot-blau-gelben Schnabel, schwarz-weißem Gefieder und leuchtenden orange-roten Füßen macht ihn zu einer wahren Attraktion. Neben dem Papageientaucher gibt es in der Arktis Krabbentaucher, verschiedene Lummen- und Möwenarten, Sturmvögel, See- und Sterntaucher. Aber auch kleine Flugtiere wie Fliegen, Bienen, Wespen, Schmetterlinge, Heuschrecken und verschiedene Käferarten sind in der pflanzenreichen Region der Arktis anzutreffen.

Die Menschen

Die ersten Menschen in der Arktis ließen sich wohl bereits vor über 10.000 Jahren im nördlichsten Bereich des amerikanischen Kontinents nieder. Im Laufe der Jahre passten sich die indigenen Bewohner optimal den äußeren Gegebenheiten an und gingen, um sich ihre Existenz zu sichern, auf Robben-, Walross- und Rentierjagd.

Die Jakuten, Inuit und Samen möchten wir Ihnen im folgenden näherbringen.

Die Jakuten sind, obwohl sie zahlenmäßig die größte indigene Kultur darstellen, auf der Liste der bedrohten Völker. Ursprünglich kamen Sie aus der Gegend des Baikalsees in Russland, bevor sie sich um das Jahr 1000 an der Lena im fernöstlichen Sibirien niederließen. Dort leben Sie in der autonomen Republik Sacha, in deren Hauptstadt Jakutsk ca. 240.000 Einwohner leben. Die Jakuten leben in einer Region, die zwar reich an Rohstoffen ist, aber deren Boden mit ständigem Permafrost bedeckt ist. Viele der Jakuten leben als Fischer oder Jäger, aber einige haben sich auch die moderne Art der russischen Landwirtschaft und Viehhaltung angeeignet.

Die Inuit sind nach den Jakuten der zweitgrößte indigene Stamm in der polaren Region. Die Inuit leben meist in Grönland und der kanadischen Arktis, einige wenige finden sich in den übrigen Gebieten der Arktis. Je nach dem, in welchem Land die Inuit leben, unterscheidet sich ihre Situation. Die Inuit im Norden Kanadas verwalten selbständig das Territorium Nunavut. Das Territorium zählt zwar zu Kanada, verfügt aber seit 1999 über eine eigenständige Verwaltung und weitreichende Rechte. Auch in Grönland, das offiziell zu Dänemark zählt und hauptsächlich von Inuit bewohnt wird, haben sie weitgehend autonome Rechte, und seit dem 22. Juni 2009 gilt die Selbstverwaltungsordnung, die ihnen eine eigenständige Institution gewährt.

Die Samen, die früher Lappen genannt wurden, und deren Bevölkerung mit etwa 70.000 die kleinste der drei Gruppen darstellt, leben in Norwegen, Finnland, Schweden und dem Norden Russlands. Die politische Situation der Samen ist schwierig. Das indigene Volk versucht seit vielen Jahren, sein Recht auf Eigenständigkeit einzufordern und hat dafür auch schon ein länderübergreifendes Parlament eingerichtet und eine eigene Flagge gewählt. Leider wird das Parlament kaum beachtet, und so sind die Samen von der Regierung des jeweiligen Landes abhängig. Dass die Länder mit der Kultur der Samen sehr unterschiedlich umgehen, wird am Vergleich Norwegen mit Russland deutlich. Die Norweger gestehen den Samen eine große Eigenständigkeit zu, während sie in Russland kaum beachtet werden. Im Übrigen verdanken wir den Samen eine der größten Erfindungen der Welt – die Skier!

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Reiseinfos:

Klima und Reisezeit

Vor etwa 55 Millionen Jahren, so vermuten Wissenschaftler, war das Klima in der Arktis subtropisch. Darauf deuten Überreste von Mammutbäumen, die von Polarforschern im ewigen Eis gefunden wurden. Der Arktische Ozean hatte damals, so wird vermutet, wunderbar warme Temperaturen, und Überreste von Pflanzen, die eigentlich nur in Süßwasser überlebensfähig sind, deuten darauf hin, dass der heutige Ozean damals ein riesiger Süßwassersee war. Vor etwa 30 Millionen Jahren begann in der Tertiär-Zeit die Abkühlung der Erde und die Entstehung der Polkappen. Durch intensive Forschungen wurde herausgefunden, dass vor ca. 6. – 7.000 Jahren die Küstengebiete der Arktis eisfrei waren. Damit wurde entdeckt, dass auch ohne menschliches Zutun das Klima in der Arktis extrem schwanken kann. Nichtsdestotrotz beeinflusst der Eingriff des Menschen in die Natur das Ökosystem der Arktis.

Heute wird das Klima in der Arktis von langen, extrem kalten Wintern und sowohl kurzen als auch kühlen Sommermonaten bestimmt. Wie extrem die Temperaturen ausfallen, hängt natürlich von der Lage der jeweiligen arktischen Region ab. In den Wintermonaten sind Temperaturen von bis zu -40° Celsius keine Seltenheit, hinzu kommt, dass die Sonne in diesen Monaten kaum aufgeht und sich das Land je nach Monat in völliger Dunkelheit befindet. In den Sommermonaten kann die Temperatur auf bis zu 10° Celsius ansteigen, und zur Zeit der Mitternachtssonne steht diese 24 Stunden am Tag am Himmel.
Meist ist es an der Küste wärmer als im Hinterland, allerdings kann es auch hier durch Polarstürme unangenehm kalt werden.
Viele von uns haben immer im Kopf, dass der Nordpol der kälteste Ort der Arktis ist. Dem ist jedoch keineswegs so. Vielmehr wurden die niedrigsten Temperaturen in Oimjakon, im Nordöstlichen Sibirien, rund 2.900 Kilometer vom Nordpol entfernt, gemessen. Die durchschnittliche Temperatur im Januar beträgt hier -50 °C.

In der Arktis fällt kaum Niederschlag, und wenn, dann meist in Form von Schnee. Im Vergleich, in München fällt im Jahr durchschnittlich 950 mm Niederschlag, in der Arktis sind es dagegen gerade mal 250 mm pro Jahr.

Die Polarlichter, auch Aurora Borealis genannt, sind eine faszinierende Erscheinung in der Arktis. Das Wetterphänomen wird durch geladene Teilchen, wie Elektronen, Protonen und Ionen hervorgerufen, die auf die obere Schicht der Erdatmosphäre treffen. Dort bringen sie die Luftmoleküle zum Leuchten.

Generell ist natürlich der Sommer die beste Reisezeit für die Arktis. Je nach Breitengrad und persönlicher Einstellung kann eine Reise in die Region von Ende Mai bis September stattfinden. Für Kreuzfahrten in die Arktis sind sicherlich die Monate von etwa Mitte Juni bis Mitte September die beste Reisezeit.

Im Frühsommer, von Mitte Juni bis Mitte Juli, sind zwar Schiffstouren oft nur eingeschränkt möglich, dafür ist die Wahrscheinlichkeit, Eisbären und Robben zu sehen, umso größer. Von Spitzbergen ist oft nur die Westküste befahrbar, und Franz-Josef-Land ist noch gänzlich vom Packeis eingeschlossen. Auch in Nordamerika sind die Seewege noch vom Packeis versperrt. Westgrönland ist normalerweise bis über Upernavik hinaus schiffbar, und die letzten Eisblöcke schmelzen bis Mitte Juli.

Im Hochsommer, von Mitte Juli bis Mitte August, kann Spitzbergen meist komplett umrundet werden. Das Packeis auf dem Weg nach Franz-Josef Land bricht auf, und oftmals kann man weit in den Archipel hineinfahren. Die Meereswege im Westen Nordamerikas sind häufig noch von Eis bedeckt, und auch die Küste Ostgrönlands (ca. ab 70° N) ist von aufbrechendem Packeis eingeschlossen.

Im Spätsommer, von Mitte August bis Mitte September, sind zwar viele Pflanzen bereits am verblühen, dafür präsentiert sich die Arktis seinen Besuchern in prächtigen Herbstfarben. Das Packeis hat in dieser Zeit die geringste Ausbreitung, und die Durchquerung der Nordwestpassage ist meist gut möglich, ebenso die Umrundung von Spitzbergen.

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Gesundheit und medizinische Vorsorge

Allgemeine Verfassung

Machen Sie sich auf die üblichen Probleme, die eine Reise mit sich bringt gefasst, wie eine Umstellung der Ernährung, Sonnenbrand oder Seekrankheit. WICHTIG: Wenn Sie regelmäßig bestimmte Medikamente einnehmen müssen, nehmen Sie diese in ausreichender Menge mit und bringen Sie einen Brief ihres Hausarztes mit, der diese Gesundheitsprobleme beschreibt, damit der Arzt an Bord des Schiffs im Notfall schnell richtig reagieren kann.

Impfungen

Im Moment sind keine speziellen Impfungen für die Länder nötig, die Sie auf Ihrer Arktisreise besuchen. Wenn Sie allerdings bestimmte Bereiche Asiens, Afrikas oder Südamerikas besuchen, könnte eine Gelbfieberimpfung angebracht sein. Außerdem sollten Sie mit Ihrem Hausarzt sprechen, um sicher zu gehen, dass Standardimpfungen, wie die gegen Tetanus, Diphterie und Hepatitis A, wirksam sind. Ältere Reisende wollen vielleicht noch Vorsorgemaßnahmen gegen Grippe und Lungenentzündung treffen.

Vorgehen gegen die Seekrankheit

Rechnen Sie mit rauhem Seegang. Sollten Sie anfällig für die Seekrankheit sein, sprechen Sie vor der Reise mit Ihrem Arzt über eine mögliche medikamentöse Behandlung und deren Nebenwirkungen.

Um die Seekrankheit zu lindern, vermeiden Sie Alkohol, Zigaretten und enge Räume. Die meisten Menschen fühlen sich besser, wenn Sie an Deck sitzen und den Horizont beobachten oder einfach nur mit geschlossenen Augen daliegen. Sie werden sich auch besser fühlen, wenn Sie eine Kleinigkeit, wie Cracker oder Toast, gegessen haben. Wenn Sie einmal Seekrank sind, werden Tabletten nur noch vom geringem Nutzen sein. Der Schiffsarzt kann Ihnen eine Injektion verabreichen.

Was auf einem Expeditionsschiff für Arktisreisen nicht vorhanden ist ...

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

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Verhaltensregeln (Quelle: WWF)

Richtschnur für Arktisbesucher

  1. Machen Sie Tourismus und Naturschutz miteinander vereinbar
    • Mit dem Geld, das Sie für Ihre Reise bezahlen, bestimmen Sie mit über die Entwicklung und Entwicklungsrichtung des Arktis-Tourismus. Belohnen Sie daher mit Ihrem Geld anerkannte und Naturschutz-gesinnte Reiseveranstalter und Anbieter.
    • Holen Sie vor dem Besuch von Naturreservaten und anderen geschützten Gebieten die etwaigen notwendigen Genehmigungen ein. Verlassen Sie diese Gebiete so, wie Sie sie vorgefunden haben, und vermeiden Sie Beeinträchtigungen der Tierwelt.
    • Informieren Sie sich über die Gesetze und Bestimmungen zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt in der Region, die Sie besuchen, und halten Sie diese Richtlinien ein. Machen Sie sich kundig über bedrohte Arten in der betreffenden Region. Bejagen und befischen Sie diese Arten nicht und kaufen Sie auch keine aus ihnen hergestellten Produkte.
    • Von Ihrem Feedback hängt viel ab. Wenn eine Reise, ein Reiseservice oder ein Anbieter ökologisch verantwortungsvoll aufgetreten ist, lassen Sie dies den Betreiber oder Veranstalter wissen – das gleiche gilt für den Fall, dass Verbesserungen notwendig sind.
    • Schließen Sie sich Natur- und Umweltschutzorganisationen an, die sich für die Arktis einsetzen, und unterstützen Sie Arktis-Schutzprojekte.
  2. Unterstützen Sie die Erhaltung der unberührten Natur und des Artenreichtums
    • Informieren Sie sich über Initiativen zum Schutz von Flora, Fauna und den Lebensräumen der Arktis. Leisten Sie Ihren Beitrag zur Unterstützung durch Spenden, freiwillige Mitarbeit, Umweltschutzinformationen gegenüber Dritten sowie durch die Interessenvertretung gegenüber Regierungen und der Wirtschaft.
    • Die großen unberührten Gebiete der Arktis sind eine einzigartige Umweltressource. Setzen Sie sich gegen Entwicklungen ein, die zur Zersplitterung dieser Gebiete führen könnten bzw. Fauna und Flora oder gar Ökosysteme gefährden.
    • Besuchen Sie Parks und Naturreservate. Die Besuchernachfrage und die Einnahmen durch Touristen sind ein Beitrag zur Unterstützung bestehender Schutzgebiete und können zur Ausweisung zusätzlicher Reservate führen.
  3. Beachten Sie bei der Nutzung natürlicher Ressourcen das Prinzip der Nachhaltigkeit.
    • Gehen Sie zu Fuß oder benutzen Sie möglichst häufig Skier, Kajaks, Boote, Hundeschlitten oder sonstige nicht motorisierte Fortbewegungsmittel, um so die Lärm- und Abgasbelastung zu vermindern sowie die Beschädigung des Bodens möglichst gering zu halten. Vermeiden Sie nach Möglichkeit die Nutzung von Schneemobilen, besonders bei dünner Schneedecke.
    • Halten Sie beim Beobachten und Fotografieren der Tierwelt möglichst Abstand. Denken Sie daran, dass Sie einen unverfälschten Eindruck nur erhalten, wenn Tiere Sie gar nicht bemerken. Widerstehen Sie der Versuchung, sich zu dicht an die Tiere heranzupirschen. Respektieren Sie die Signale einer Beunruhigung der Tiere wie etwa Warnrufe, Zeichen der Desorientierung, angelegte Ohren und aufgestellte Haare.
    • Besorgen Sie sich in Gebieten, in denen das Jagen und Fischen erlaubt ist, die notwendigen Genehmigungen. Befolgen Sie alle Vorschriften und nehmen Sie sich nur so viel, wie Sie tatsächlich brauchen. Jagen und fischen Sie nur unter Einhaltung des Prinzips der biologischen Nachhaltigkeit und niemals zu Lasten der in der Region lebenden Menschen.
    • Unberührte Naturgebiete sind eine natürliche Ressource – hinterlassen Sie sie so, wie Sie sie vorgefunden haben, damit auch andere sich daran erfreuen können. Sammeln Sie Andenken nur, wo dies erlaubt ist, oder wenn Sie eine Genehmigung dafür haben. Greifen Sie beim Campieren möglichst nicht verändernd in die Natur ein. Nutzen Sie bestehende Lagerstätten und Pfade statt neue zu schaffen.
    • Bestehen Sie als Teilnehmer einer organisierten Reise bzw. Tour darauf, dass Ihnen der Veranstalter vorherige umfassende Informationen über das Zielgebiet und die notwendigen Maßnahmen zur Vermeidung von Schäden gibt.
  4. Reduzieren Sie Ihren Verbrauch, Abfall und die Umweltverschmutzung
    • Durch die Wahl von Unterkunft und Produkten sowie Ihren möglichst sparsamen Verbrauch nehmen Sie entscheidenden ökologischen Einfluss. Entscheiden Sie sich für biologisch abbaubare bzw. recyclingfähige Produkte mit möglichst wenig Verpackungsmaterial.
    • Nutzen Sie vorhandene Recycling-Einrichtungen. Wählen Sie als Teilnehmer einer organisierten Reise einen Reiseveranstalter, der Recycling durchführt.
    • Beschränken Sie sich in Ihrem Energieverbrauch, auch bei Heizung und warmem Wasser.
    • Hinterlassen Sie möglichst wenig Spuren Ihres Besuches und führen Sie Ihren Abfall mit.
    • Wählen Sie stets das ökologisch günstigste Transportmittel. Verzichten Sie nach Möglichkeit auf den Verbrauch fossiler Treibstoffe und auf motorisierte Fortbewegungsmittel.
    • Achten Sie bei der Wahl Ihrer Unterkünfte darauf, dass sie effiziente Abfallverwertung und Recycling einsetzen sowie energiesparend operieren. Nach Möglichkeit sollte die eingesetzte Energie aus umweltfreundlichen Quellen wie Sonnenlicht oder Wasserkraft erzeugt werden.
  5. Respektieren Sie die einheimische Kultur
    • Befassen Sie sich schon vor Antritt Ihrer Reise mit der Kultur und den Gebräuchen der Region(en), die Sie besuchen werden.
    • Respektieren Sie die Rechte der Arktisbevölkerung. Sie können insbesondere dann damit rechnen, akzeptiert und willkommen geheißen zu werden, wenn Sie offen gegenüber Eindrücken sind, die Kulturen und Traditionen vor Ort zu verstehen versuchen und die lokalen Sitten und Umgangsformen respektieren.
    • Wenn Sie nicht mit einer organisierten Tour reisen, informieren Sie die Gemeinde im Zielgebiet über Ihr Kommen. Versorgungsgüter sind in der Arktis zum Teil knapp. Sie sollten daher darauf eingestellt sein, Ihre eigenen Vorräte mitzubringen.
    • Fragen Sie um Erlaubnis, bevor Sie Menschen fotografieren oder gar ihre private Lebenssphäre betreten.
  6. Respektieren Sie wissenschaftliche und historische Stätten
    • Respektieren Sie historische Stätten und Denkmäler, nehmen Sie von dort keine „Souvenirs“ mit. Selbst verlassen scheinende Bauten und Stätten können unter Denkmalschutz stehen oder von besonderem Wert für die Bevölkerung sein.
    • Halten Sie sich fern von verlassenen, militärischen Einrichtungen.
    • Respektieren Sie die Arbeit von Wissenschaftlern. Teilen Sie der betreffenden Einrichtung Ihre Besuchsabsicht rechtzeitig vorher mit und betreten Sie unbefugt keine Arbeitsbereiche.
  7. Bringen Sie der lokalen Bevölkerung Vorteile durch Ihren Besuch
    • Mit Ihren Ausgaben als Besucher können Sie zum ökonomischen Überleben der Gemeinden beitragen. Kaufen Sie lokal hergestellte Produkte und wählen Sie Reise- und Exkursionsveranstalter sowie sonstige Anbieter, deren Eigentümer ortsansässig sind und die am Ort lebende Mitarbeiter beschäftigen.
    • Kaufen Sie am Ort gefertigte Produkte und Handwerksgegenstände.
    • Entscheiden Sie sich nach Möglichkeit für Unterkünfte von am Ort ansässigen Eigentümern, Betreibern und Mitarbeitern.
  8. Wählen Sie Reiseveranstalter mit gut ausgebildeten, erfahrenen Mitarbeitern
    • Wählen Sie einen anerkannten Reiseveranstalter, der ausgebildete Mitarbeiter, möglichst mit Arktiserfahrung, einsetzt.
    • Ihr Reiseveranstalter sollte für Landreisen ein zahlenmäßiges Verhältnis von höchstens 15 Reisenden pro Reisebegleiter anbieten, bei Schiffsreisen höchstens 20 Passagiere pro Reisebegleiter.
  9. Nutzen Sie Ihre Reise als Möglichkeit, Ihre Kenntnisse über die Arktis zu vertiefen
    • Informieren Sie sich vor Ihrer Reise über den Lebensraum Arktis und die Regionen, die Sie besuchen werden. Nutzen Sie Ihre Reise als Möglichkeit, mehr über den Natur- und Umweltschutz in der Arktis zu erfahren.
    • Wenn Sie an einer organisierten Reise teilnehmen, wählen Sie einen Veranstalter, der Sie über den Lebensraum Arktis sowie über den Natur- und Umweltschutz und die entsprechenden Initiativen in diesem Raum informiert.
    • Wählen Sie Reisen und Exkursionen, bei denen Ihnen spezifische Informationen über Klima, Fauna und Flora, Ökologie, Völker und Kulturen sowie über Verhaltensregeln im besuchten Gebiet geboten werden.
  10. Halten Sie Sicherheitsregeln ein
    • Eisbären, Walrosse, Moschusochsen und andere freilebende Tiere stellen eine potentielle Gefahr dar. Begegnen Sie ihnen daher mit dem nötigen Respekt. Sie oder Ihre Gruppe sollten in Eisbärgebieten eine Feuerwaffe und andere Abschreckungsmittel mitführen.
    • Schlittenhunde sind Arbeitstiere. Versuchen Sie nicht, sie zu füttern oder zu streicheln. Hunde und Polarfüchse können außerdem Tollwut übertragen.
    • Die Begehung von Eisflächen und Gletschern verlangt besondere Fertigkeiten in der Verwendung von Seilen, Steigeisen, Eispickeln und anderem Sicherheitsgerät. Vertrauen Sie sich ausgebildeten Führern an.
    • Wenn Sie eine Tour allein oder in einer Gruppe unternehmen, stellen Sie sicher, dass die örtlichen Behörden über Ihre Route informiert sind.
    • Behalten Sie die Wetterverhältnisse im Auge. Seien Sie auf plötzliche gefährliche Wetterumschwünge gefasst. Vermeiden Sie Unterkühlung, Müdigkeit und Nässe.
    • Zu Ihrer Grundausrüstung, auch auf kurzen Exkursionen, sollten warme Bekleidung, festes Schuhwerk, Handschuhe, eine Mütze sowie winddichte Überbekleidung gehören. Führen Sie unbedingt auch Notproviant (z. B. Schokolade) und eine Erste-Hilfe-Ausrüstung mit.

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Regionen/Ziele/Reisen

Grönland – Das Land der Superlative:

„Das grüne Land“, wie es von Erik dem Roten nach seiner Entdeckung genannt wurde, ist mit mehr als 2 Mio. Quadratkilometer größer als alle Länder Skandinaviens zusammen und die größte Insel der Erde. Die Größe der Insel ist auch für die unterschiedlichen klimatischen und vegetativen Bedingungen ausschlaggebend. Der Süden und Westen strahlt in den Sommermonaten in sattem Grün und erfreut seine Besucher mit einer farbenprächtigen Vegetation. Die Küstenregionen im Westen bleiben selbst in den eiskalten Wintermonaten meist eisfrei, während im Inselinneren die Temperaturen auf bis zu -30 Grad fallen können. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich die meisten Siedlungen im Süden und Westen der Insel befinden.
Im Norden und Osten befindet sich der Nordost-Grönland-Nationalpark. Der 1974 gegründete Park zählt zum UNESCO-Programm für Mensch und Biosphäre und ist mit 972.000 Quadratkilometern der größte Nationalpark der Erde. Im Nationalpark leben mehr als 10.000 Moschusochsen, viele Eisbären, Polarhasen, Polarfüchse und Walrösser. Um das Leben im Park zu schützen, ist es für einen normalen Reisenden sehr schwierig, eine Erlaubnis für einen Parkbesuch zu bekommen. Einzig im Rahmen einer Expeditionsfahrt können Sie Glück haben, wenn ein Ausflug zum Programm der Reise gehört. Die Nationalparkbehörde weiß, dass die Expeditionsleiter sehr verantwortungsbewusst sind und ermöglicht daher vereinzelte Besuche.
Die bedeutendsten Siedlungen auf Grönland sind neben der Hauptstadt Nuuk, Qaqortoq, die wohl schönste Stadt der Insel, Narsarsuaq, das „Tor nach Südgrönland“, Narsaq und Arsuk mit dem Arsuk-Fjord, Kangerlussuaq mit seinem internationalen Flughafen, Ilulissat am Ostufer der Diskobucht und direkt am Eisfjord Kangia, Uummannaq mit den meisten Sonnenstunden Grönlands, Upernavik im Nordwesten der Insel und Siorapaluk, die nördlichste Siedlung der Welt.
Die beiden Orte an der Ostküste, Ittoqqortoormiit und Tasiilaq, liegen sehr abgeschieden und sind eigentlich nur mit dem Flugzeug oder per Schiff zu erreichen. Der landschaftlichen Schönheit der Region tut dies jedoch keinen Abbruch, und so erwartet die Besucher eine einzigartige Wildnis neben bunten Holzhäusern an der „arktischen Riviera“.

Spitzbergen – Das Reich der Eisbären:

Nordöstlich von Grönland und einige hundert Kilometer von Norwegen entfernt liegt Spitzbergen, welches häufig auch bei seinem norwegischen Namen Svalbard (Kalte Küste) genannt wird. Zum Archipel von Spitzbergen gehören außer der Hauptinsel Spitzbergen noch viele kleinere Inseln, darunter u. a. die Edge-Insel, die Barentsinsel, KvitØya und Prins Karls Forland. Verwaltungstechnisch gehört Spitzbergen zu Norwegen, allerdings nimmt die Insel aufgrund des 1920 in Kraft getretenen Spitzbergenvertrags eine administrative Sonderstellung ein. Dieser sorgt u. a. dafür, dass die Wirtschaftskraft in Spitzbergen bleibt und keine Einkünfte nach Norwegen fließen.
Insgesamt leben im gesamten Archipel von Spitzbergen nur etwa 2900 Menschen, 2000 davon leben in der Hauptstadt Longyearbyn. Allein diese Zahl zeigt, dass auf Svalbard eine Einsamkeit wie kaum anderswo auf dieser Erde zu finden ist. Die Reisenden erwartet auf Spitzbergen eine nahezu unberührte Natur, einzigartige Wildnis und die beinahe 100%ige Möglichkeit, Eisbären zu sehen. Gerade jedoch wegen der vielen Eisbären ist es auf Spitzbergen nicht erlaubt, Siedlungen unbewaffnet zu verlassen. Daher ist bei jedem Landgang ein erfahrener Guide mit Gewehr dabei.
Das Klima in Svalbard ist arktisch, d. h. die Durchschnittswerte sinken in den Wintermonaten auf bis zu -11,5 Grad, in den Sommermonaten Juli und August lässt der Golfstrom das Thermometer auf durchschnittlich bis zu +6 Grad klettern. Es sind dann auch Tageswerte von bis zu 17 Grad möglich. Die Mitternachtssonne kann man auf Spitzbergen vom 18. April bis 24. August beobachten.
Die Hauptstadt Longyearbyn liegt nur drei Flugstunden von Oslo entfernt und hat den nördlichsten Flughafen der Welt. Longyearbyn verfügt über eine sehr gute Infrastruktur mit Hotels, Restaurants, Geschäften, sogar eine Universität findet man hier. Der Hauptwirtschaftszweig ist jedoch der Kohleabbau, der auch das Stadtbild von Longyearbyn dominiert. Ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig ist die Polarforschung und seit einigen Jahren auch der Tourismus.
Neben Longyearbyn gibt es auf Spitzbergen noch weitere kleinere Siedlungen:
Barentsburg ist die zweitgrößte Stadt auf Spitzbergen und liegt im Westen der Insel. Der Ort wurde 1930 durch eine russische Forscherstation gegründet, und auch heute leben hauptsächlich Russen und Ukrainer in der ca. 500 Einwohner großen Stadt. Die Bewohner leben meist vom Kohleabbau, allerdings könnte sich die Stadt ohne die Unterstützung aus dem fernen Moskau kaum selbst tragen.
Der Hornsund-Fjord liegt an der westlichen Seite der Südspitze Svalbards und ist ca. 30 Kilometer lang. Seit den fünfziger Jahren befindet sich hier eine polnische Forschungsstation.
Eine weitere Siedlung ist Pyramiden. Der Ort wurde 1910 als Bergbausiedlung gegründet, allerdings wurde der Kohleabbau bereits 1998 wegen zu geringer Rentabilität komplett eingestellt. Da daraufhin viele der russischen und ukrainischen Siedler ihre Wohnungen fast fluchtartig verließen, ist Pyramiden heute eine der „neueren Geisterstädte“ und eine Attraktion für Touristen.
Ny-Ålesund ist der nördlichste Ort Spitzbergens und bei einer Spitzbergen-Umrundung die letzte bewohnte Siedlung, bevor man den Norden und die weitestgehend unbewohnte Ostküste Spitzbergens erreicht. In Ny-Ålesund gibt es ein kleines Bergbau-Museum, welches sich mit dem Minenabbau in der Region von 1917 bis 1963 beschäftigt. Bekannt wurde der Ort jedoch nicht durch den Bergbau, sondern als Ausgangspunkt für die Expeditionen zahlreicher Polarforscher wie Roald Amundsen, Lincoln Ellsworth und Umberto Nobile. Auch heute ist Ny-Ålesund ein bedeutendes Zentrum der Polarforschung. So befindet sich hier ein Forschungszentrum der europäischen Weltraumorganisation, das Norwegische Polarinstitut, und auch die deutsche Forschungsstation Koldeway vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung ist hier untergebracht.

Die norwegische Küste und die Lofoten:

Die norwegische Küste mit ihren tiefen Fjorden, quirligen Küstenorten und kleinen Fischerdörfern verströmt eine unglaubliche Atmosphäre und Ruhe. Die Postschiffe der Hurtigruten bringen die Reisenden das ganze Jahr über von Fjord zu Fjord bis an die russische Grenze nach Kirkenes. Dabei erleben Sie die Veränderung der Landschaft auf dem Weg in die arktische Region hautnah und können beobachten, wie sich die Natur den äußeren Gegebenheiten anpasst.
Die Lofoten sind ein Inselarchipel aus sieben Hauptinseln (Austvågoy, Gimsoy, Vestvågoy, Flakstadoy, Moskenesoy, Væroy und Rost) und insgesamt ca. 24.000 Einwohnern. Die Inselgruppe liegt ca. 100 Kilometer nördlich des Polarkreises im Nordmeer und hat eine Gesamtfläche von 1.227 Quadratkilometern. Aufgrund des Golfstroms herrscht auf den Lofoten ein weit angenehmeres Klima, als auf demselben Breitengrad in Alaska oder Grönland. Die Durchschnittstemperatur im Winter liegt bei -1 Grad, im Sommer werden durchschnittlich +12 Grad erreicht. Von etwa 27. Mai bis 17. Juli geht die Sonne auf den Lofoten nicht unter, wohingegen von 06. Dezember bis 06. Januar absolute Dunkelheit herrscht. Der bedeutendste Wirtschaftszweig der Lofoten ist seit vielen Jahren die Fischerei, vor allem der Kabeljaufang nimmt eine wichtige Stellung ein.
Das Landschaftsbild wird dominiert von hohen, spitzen Bergen und schmalen, geschützten Buchten mit einsamen Stränden. Im Meer um die Lofoten, in dem sich auch das größte Tiefwasser-Korallenriff der Erde befindet, tummeln sich Seeigel, Otter und jede Menge Wasservögel.

Die russische Arktis und der Nordpol:

Durch die politischen Veränderungen von 1990 sind heute auch Reisen in die russische Arktis möglich. Wunderschöne Regionen mit hohen Bergen, Vulkanen, schneebedeckten Landschaften mit Seen und eine unglaubliche Tierwelt erwarten Sie auf einer Reise in den Nordosten Sibiriens und auf der Halbinsel Kamtschatka. Doch die russische Arktis ist nicht nur landschaftlich wunderschön, sondern auch historisch bedeutend. So führt die Nordostpassage, welche von Adolf Erik Nordenskjöld entdeckt wurde, durch die russische Arktis. Die meisten Kreuzfahrten in die russische Arktis starten in Murmansk, Archangelsk oder Anadyr, welches im äußersten Nordosten Russlands direkt an der Beringsee und nicht weit von Alaska entfernt liegt. Weiter zählen zur russischen Arktis die Wrangelinsel, die Kolyuchin-Insel, Pevek, die neusibirischen Inseln, Severnaja Zemlja, die Einsamkeitsinsel, die Insel Dikson, Novaja Zemlja, Franz-Josef-Land und der Nordpol, da dieser meist von Murmansk aus angefahren wird.
Die Inselgruppe Franz-Josef-Land (Zemlja Franza Iossifa) ist die nördlichste zu Europa und Eurasien gehörende Inselgruppe und weist extreme klimatische Bedingungen auf. Daher ist der Archipel nur in wenigen Wochen im Sommer überhaupt erreichbar. Entdeckt wurden die Inseln von einer österreichisch-ungarischen Expedition unter Julius Payer und Carl Weyprecht im August 1873. Zu Ehren des damaligen österreichischen Kaisers wurden die Inseln nach Kaiser Franz-Josef benannt. 1920 wurden die Inseln von der Sowjetunion annektiert, und bis heute ist es schwierig, eine Besuchserlaubnis für den Archipel zu bekommen. Insgesamt besteht die Inselgrupe aus 191 zum Teil sehr kleinen Inseln, die zu 90 % eisbedeckt sind. Das arktische Klima sorgt dafür, dass die Temperaturen im Winter selten über -10 Grad steigen und selbst im Sommer werden kaum mehr als 0 Grad erreicht. Die aktiven Gletscher der Inseln kalben direkt ins Meer und erzeugen ein phantastisches Naturschauspiel. Da die Barentsee, in der die Inseln liegen, überwiegend von Eis bedeckt ist, sind Fahrten nach Franz-Josef-Land nur mit dem Eisbrecher möglich.

Alaska, die kanadische Arktis und die Nordwestpassage

Alaska ist der flächenmäßig größte Bundesstaat der USA und liegt zu einem Drittel nördlich des Polarkreises. Dabei weist er deutliche arktische Merkmale wie Mitternachtssonne, Polarnacht und Polarlichter auf. Im arktischen Norden herrscht ein subpolares Klima, mit langen, dunklen und bitter kalten Wintermonaten. In den Sommermonaten kann die Temperatur an den nördlichen Küstenregionen jedoch durchaus auch über dem Gefrierpunkt liegen. Die wichtigsten Wirtschaftsfaktoren sind der Abbau von Rohstoffen (vor allem Erdöl) und die Fischerei.
Die meisten Expeditionsreisen in das arktische Alaska starten von Nome aus. Über die Beaufortsee gelangen die Expeditionsschiffe in die kanadische Arktis und fahren meist weiter bis nach Kangerlussuaq in Grönland.
Die häufigsten Stationen während einer Kreuzfahrt in den Norden Alaskas sind die rund 3500 Einwohner große Stadt Nome, welche an der Nordwestküste Alaskas liegt und immer noch eine Wild-West-Atmosphäre verströmt. Weiter geht es nach Kotzebue. Die Stadt zeichnet sich vor allem durch den hohen Anteil indigener Einwohner ab und ist das Tor zum Kobuk-Valley-Nationalpark, der für seine 65 Quadratkilometer großen Sanddünen bekannt ist. Der Sand ist durch die schleifende Wirkung der Gletscher entstanden und ein großartiges Naturphänomen. Die nächste Siedlung ist Point Hope. Der kleine Ort mit nur ca. 800 Einwohnern liegt bereits nördlich der Baumgrenze, ist aber trotzdem recht artenreich. Aufgrund des extremen Klimas sind durch Erosionen bereits einige Teile der Landzunge, auf der Point Hope liegt, abgebrochen, und der Ort musste schon mehrmals verlegt werden. Auf Point Hope folgt die Kleinstadt Barrow, die nördlichste Stadt der USA, die aufgrund der extremen Klimaverhältnisse mit dem Schiff nur von Ende Juli bis Oktober erreicht werden kann. Als letzte Station in Alaska passiert man Prudhoe Bay und Deadhorse. In unmittelbarer Nähe der beiden Gemeinden befindet sich das Prudhoe-Bay-Ölfeld, das größte Ölfeld der USA, welches in seinen Spitzenzeiten bis zu zwei Millionen Barrel Öl pro Tag förderte.
An Alaska schließt sich die kanadische Arktis mit den Yukon Territories, den Northwest Territories, Nunavut und vielen kleineren und größeren Inseln an. Die kanadische Arktis ist flächenmäßig etwa so groß wie Westeuropa, hat allerdings nur rund 100.000 Einwohner. Die Landschaft wird überwiegend von einer permanenten Eisfläche oder Tundra bedeckt, es gibt aber auch Regionen, die eine abwechslungsreiche und vegetationsreiche Landschaft besitzen, so beispielsweise das Innuitian-Gebirge in Nunavut und den Northwest Territories. Im Territorium von Nunavut können Reisende vor allem Polarbären, Wale, Robben und verschiedenste Vogelarten antreffen. Wenn man sich von West nach Ost durch die kanadische Arktis arbeitet, trifft man zunächst auf Cambridge Bay, welches sich selbst als „Das Herz der Arktis“ bezeichnet, und im Süden der Insel Victoria, direkt an der Nordwestpassage liegt. Anschließend erreichen die meisten Expeditionsschiffe Beechey Island, eine eigentlich unscheinbare Insel, die jedoch von besonderer historischer Bedeutung ist. Der britische Seefahrer John Franklin schlug hier im 19. Jahrhundert auf dem Weg nach Asien sein Winterlager auf. Drei Seefahrer überlebten den kalten Winter nicht und auch von John Franklin und seiner Crew fehlt seit dem Aufbruch im Frühjahr jede Spur. Die nächste Siedlung in östlicher Richtung ist Gjoa Haven. Früher war die Stadt der Ausgangspunkt auf der Suche nach der Nordwestpassage, heute ist sie der Eingang zum bekannten Nordwestpassagen-Park, der sich der Geschichte der arktischen Entdecker widmet. Nördlich von Gjoa Haven liegt Resolute an der Südküste der Cornwallis-Insel. Resolute ist das Tor zur Hocharktis und Ausgangspunkt für den Ellesmere-Insel-Nationalpark, dem nördlichsten Park Kanadas. Auf der Ellesmere-Insel selbst befindet sich die Siedlung Grise Fiord. Die Landschaft um Grise Fiord beeindruckt insbesondere durch ihre phantastischen Berg- und Gletscherformationen sowie durch zahlreiche, riesige Eisberge. Wenn man auf der Landkarte seinen Blick in Richtung Süden wendet, findet man den Ort Arctic Bay auf der Borden-Halbinsel im Norden von Baffin Island. In den Gewässern um Arctic Bay sind verschiedenste Robben- und Walarten sowie Walrosse anzutreffen. Ebenfalls auf Baffin Island befindet sich Pond Inlet, eine der schönsten Siedlungen in Nunavut mit einer beeindruckenden eisüberzogenen Gebirgskette im Hintergrund. Pond Inlet ist ebenso wie Arctic Bay Ausgangspunkt für Ausflüge in den Sirmilik-Nationalpark. Im Süden der Baffin-Insel befindet sich Cape Dorset, die Kulturhauptstadt Nunavuts, und Iqaluit, die tatsächliche Hauptstadt von Nunavut. Mitten in der kanadischen Tundra, direkt an der Hudson Bay liegt Churchill, die „Eisbärenhauptstadt der Welt“. Von Churchill aus werden in den Eisbärenbeobachtungen angeboten, besonders gute Chancen, die Könige der Arktis zu sehen hat man von Mitte Oktober bis Mitte November. In den Sommermonaten tummeln sich zahlreiche Belugawale an der Mündung des Churchill River, um Ihre Jungen zu gebären.
Das „i-Tüpfelchen“ einer Arktis-Reise ist mit Sicherheit die Durchquerung der legendären Nordwestpassage zwischen der kanadischen und amerikanischen Arktis. Viele Jahre versuchten zahlreiche Polarforscher vergeblich einen Seeweg nach Asien zu finden. Erst in den Jahren 1903 – 1906 gelang Ronald Amundsen die erste komplette Durchfahrt mit seinem Schiff Gjoa. Heute werden sowohl komplette Durchfahrten mit Expeditionsschiffen als auch Teilfahrten in die Nordwestpassage hinein angeboten.

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